Seniorenbeirat der Stadt Pegnitz Seniorenbeirat der Stadt Pegnitz

Infos für Senioren

„Geriatrie, Rückkehr zu einer Heilkunde“


So lautete der Titel des Vortrags, den der Referent, Dr. med. Eckard Krüger, Chefarzt für Akutgeriatrie und Frührehabilitation an der Klinik Naila auf Einladung des Malteser Hilfsdienst e.V. in Pegnitz und des Seniorenbeirats der Stadt Pegnitz im Sonnensaal des Brigittenheim hielt.
Zu Beginn ging er weit in der Zeit zurück, denn erst Hippokrates beschreibt die Systematik von Krankheiten aufgrund von Beobachtungen. Zuvor wurden Krankheiten als göttliche Strafen angesehen und es waren Priester, welche die Krankheiten aus dem Körper trieben. Und obwohl manche Beobachtungen aus heutiger Sicht zu falschen Überlegungen führten, wurden Erfolge erzielt. Durch das Trockenlegen von Sümpfen verschwand die Malaria, nicht weil die schlechte Luft (mal Aria) verschwand, sondern weil die Malaria-Fliege keine Brutstätte mehr hatte. Und der Aderlass als Maßnahme aus der irrigen Theorie der schlechten Körpersäfte hat bei Bluthochdruck durchaus auch heute noch eine Berechtigung.
Die großen Seuchen der Menschheit bis in die Neuzeit waren Infektionskrankheiten wie Typhus, Cholera, Pest, deren Ursachen erst durch die beginnende Aufklärung im 18. Jahrhundert nach und nach erkannt und durch experimentelle Medizin erforscht wurde.
Die Seuchen von damals gibt es nicht mehr und wenn sie vereinzelt auftreten, können sie mit moderner Medizin rasch und sicher bekämpft werden. Die Volkskrankheiten von heute sind keine Infektionen mehr, sondern entstehen vielmehr aus dem Lebensstil und sind Krankheiten wie z. B. Diabetes und Bluthochdruck. Daraus resultieren auch die Krankheiten des Alters: Immobilität und Instabilität wegen eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, Inappentenz (durch Appetitlosigkeit verursachte Gewichtsabnahme), verminderte Intelligenz durch Abbau der Gehirnleistung, iatrogene Beschwerden als Folgen der ärztlichen Behandlung und Verlust der Emotionalität durch z.B. Demenz.
Hier setzt die Geriatrie an und fragt: was braucht der alte Mensch, um so lange wie möglich in Würde und Freiheit selbständig zu bleiben und das so lange wie möglich und daraus ergibt sich das oberste Ziel der Geriatrie, nämlich die selbständige Lebensführung im Alter.
70 Prozent der frühzeitigen Todesfälle werden durch Diabetes, Tumore, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen verursacht. Dies könnte durch gezielte und individuelle medizinische Maßnahmen deutlich gesenkt werden.
Die Geriatrie verlangt eine Hinwendung zum Menschen, in der Ärzte aller Fachrichtungen zusammen mit Pflegern, Therapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern im Team alle möglichen Therapie- und Rehabilitationsformen beraten und anwenden. Dabei muss auch jedes Medikament auf seine Wirkung sowie Neben- und Wechselwirkung betrachtet werden und auch darauf, ob das Medikament lediglich die Symptome beeinflusst, jedoch die Ursachen nicht ausschaltet.
Als Fazit bleibt: Die Geriatrie ist ein noch junger Zweig der Medizin mit wachsender Bedeutung, sie verlangt in ihrer Mannigfaltigkeit eine Spezialisierung auf den einzelnen Menschen und dessen Lebensumstände und kann nur im integrierten Team geleistet werden.
Dr. Krüger ließ begeisterte, aber auch nachdenkliche Zuhörer zurück und bei den nächsten Arztbesuchen wird sicher die Diagnose und die verschriebene Medikation kritischer nachgefragt werden. Die positive Resonanz der Besucher auf diesen Vortrag war deutlich zu spüren, schade für diejenigen, die diesen Termin nicht wahrnehmen konnten oder wollten.


Änderung in der Pflegeversicherung

„Informationsabend zu den Änderungen in der Pflegeversicherung“
Das Pflegestärkungsgesetz wird ab Januar 2017 grundlegend reformiert. Zu diesem Thema luden der Seniorenbeirat Pegnitz und „In der Heimat wohnen“ zu einem Informationsabend.
„Vorteile der Reform sind die stärkere Berücksichtigung von demenz- und psychisch-kranken Personen, sowie die neuen Begutachtungskriterien, die mit im Schnitt höheren Leistungen einhergehen. Darüber hinaus wird vor allem die Pflegeberatung zu Hause ausgebaut und somit mehr Unterstützung für pflegende An-gehörige im Gesetz aufgenommen.
Die Reform führt einen neuen Pflegebegriff ein. Pflegebedürftig ist demnach, wer körperliche, kognitive, psychische oder gesundheitliche Belastungen nicht mehr selbstständig kompensieren kann und auf Dauer (für mind. 6 Monate) sowie mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegter Schwere erkrankt ist.
Statt Pflegestufen gibt es nun Pflegegrade, die im Rahmen des neuen Begutachtungsinstrumentes mit Hilfe von Modulen errechnet werden. Die Module stellen eine weitere Erneuerung dar, denn diese nehmen neue Aspekte in den Blickpunkt unter der Prämisse, was der/die Pflegebedürftige noch alles selbstständig kann bzw. welche Hilfe er/sie zur selbstständigen Durchführung braucht. Die sechs Mo-dule befassen sich mit den Themen Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderung und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.
Es gibt fünf Pflegegrade, die sich unterscheiden durch den Grad der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten. Die einzelnen Module erhalten verschiedene Gewichtungen nach einem Punktesystem, die in der Gesamtwertung den Pflegegrad ergeben.
Die Begutachtung erfolgt weiterhin auf Antrag durch den MKD und beginnt mit den Angaben zu der Person und der Begutachtungssituation. Darauf folgend wird die Anamnese, die Wohn- und Lebenssituation sowie die Versorgungssituation be-trachtet. Die Berücksichtigung vorhandener Befunderhebungen zu Schädigungen und Beeinträchtigungen sind ein weiteres wichtiges Vorgehen bei der Begutachtung. Neu ist auch, dass Ergebnisse und Empfehlungen direkt vom MDK ausgesprochen werden. Die Empfehlungen können auf Wunsch des/der Patienten/in so-gleich als Antrag an die jeweilige Pflegekasse weitergeleitet werden.
Die Pflegereform bringt auch einige neue Leistungen ab 2017 für Pflegebedürftige. Für Menschen, die zu Hause gepflegt werden, können neben Beratung und Information ebenfalls Sach- und Geldleistungen beantragt werden, die auch kombinierbar sind. Entlastungsleistungen, Pflegehilfsmittel, Pflegekurse und –schulungen in der häuslichen Pflege ebenso wie Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson sind Bestandteil der Reform. Für Pflegebedürftige, die bereits stationär ge-pflegt werden, ändert sich jedoch der Eigenanteil. Hier sichert jedoch der Bestandschutz bestehende Verhältnisse.
Ab Januar 2017 werden alle Pflegebedürftige, die bereits Pflegeleistungen erhalten, automatisch übergleitet. Die Pflegereform geht mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 4,8 Millionen Euro einher. Daher wird auch der Aufwand bei Beitragszahlern um 0,5% für die Pflegekasse erhöht.
Information bei weitergehenden Fragen können bei der Pflegekasse, Vereinen wie dem VdK oder auch bei Fachstellen für pflegende Angehörige eingeholt werden.


Die Referentin Frau Schauer steht ebenfalls für individuelle Fragen und Beratung zur neuen Pflegeversicherung im Rahmen der Fachstelle für pflegende Angehörige in Pegnitz zur Verfügung. Zwischenmenschliche Probleme mit Pflegebedürftigen und alltägliche Sorgen können ebenso besprochen werden wie Fragen zur Unterstützung und Pflege älterer, hilfsbedürftiger Menschen. Darüber hinaus werden Entlastungs- und Hilfsangebote für pflegende Angehörige vermittelt.


Fachstelle für pflegende Angehörige Pegnitz
Paula Schauer, Sozialpädagogin
Roseggerstraße 5
91257 Pegnitz
Telefon 09241 4399860
E-Mail schauer@caritas-bayreuth.de
Offene Sprechstunde in Pegnitz Mittwochs von 10 bis 12 Uhr


Sicherer leben - Gefahren erkennen - Risiken ausschließen

"Senioren als Opfer von Verbrechen".

Herr Peterson von der Kripo Bayreuth informierte über Tricks an der Haustür, (Enkeltrick, windige Geschäftemacher) und unterwegs (Straßenräuber, Taschendiebstahl) dar und zeigte auf, wie sich - nicht nur Senioren - dagegen wehren können. 
Die Tricks und Vorgehensweisen der Verbrecher zu kennen ist die erste Voraussetzung, um sich vor Schaden zu schützen. 

Hier bietet die Polizei vorbeugende Beratung an


Vorsorgeverfügungen

Das Leben bis zum Ende selbstbestimmt zu gestalten ist der Wunsch vieler. Aber Krankheit oder Behinderungen können – auch in jungen Jahren - dazu führen, dass man nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Dann müssen Andere die notwendigen Entscheidungen treffen.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass dann den Angehörigen dieses Recht zusteht, denn es gibt keine gesetzliche Vertretung Erwachsener untereinander. Oft steht auch niemand aus der Familie für diese Aufgabe zur Verfügung. Wenn jemand auf Dauer oder auch nur vorübergehend, nicht mehr für sich selbst entscheiden kann, muss vom Gericht ein Betreuer eingesetzt werden, der dann für den Betroffenen die erforderlichen Entscheidungen trifft.

Mit den Vorsorgeverfügungen Vollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung können Sie vorausplanen und sicherstellen, dass ihre Wünsche so weit wie möglich Geltung bekommen und die Errichtung einer Betreuung vermieden wird.

Wichtig ist, dass sie sich über die Errichtung der Verfügungen ausreichend informieren. Vor Ort helfen hier die Notare, die Betreuungsbehörde beim Landratsamt Bayreuth (auch in Fragen der Verfügungen), aber auch Anwälte und Sozialverbände weiter.

Die Mitarbeiter der Betreuungsstelle unterliegen der Schweigepflicht und kommen – falls erforderlich - auch ins Haus.

Hier finden sie die Seite des Landratsamts Bayreuth mit weitergehenden Informationen:

Auf dieser Seite finden Sie auch die Broschüre der Bayerischen Staatsregierung zum Download.


Informationen zu Palliativmedizin und Hospizversorgung

Die moderne Medizin ermöglicht es, viele Krankheiten zu heilen. Aber wenn keine Heilung mehr möglich ist, bleibt der Wunsch nach einem Sterben in Würde und ohne Schmerzen. Diese Möglichkeit wird den Patienten durch die Palliativmedizin und die Betreuung durch Mitarbeiter des Hospizvereins eröffnet. Der Kranke und seine Angehörigen mit ihren Ängsten und Sorgen stehen im Mittelpunkt der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Dies kann auf vielfältige Weise geschehen: zu Hause, in einem Hospiz oder auf einer Palliativstation. Die Ärzte und Pfleger suchen die Behandlung, die dem Wunsch und den Bedürfnissen des Patienten entspricht und sein Leiden lindert.

Welche Möglichkeiten die Palliativmedizin und die Begleitung durch die Mitarbeiter eines Hospizvereins im Leben, im Sterben du über den Tod hinaus bieten, können sie aus der Präsentation von Dr. Schulze, Leiter der Palliativstation im Klinikum Bayreuth ersehen.

Sollten sie Fragen zu diesem Thema haben, sprechen sie die Mitarbeiter des Hospizvereins, der Palliativstation oder Ihren Hausarzt an. Hier können sie auch Informationen zur Kostenübernahme erhalten.

Ansprechpartner und Adresesen finden Sie hier:

http://www.hospizverein-bayreuth.de/

https://klinikum-bayreuth.de/einrichtungen/kliniken/palliativstation/


Informationen zu Palliativmedizin und Hospizversorgung

Vortrag Herr Dr. Schulze: Palliativmedizin 2016 - neue Hilfen für die letzte Lebensphase


Demenz

In Deutschland leben ca. 1,5 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Man geht davon aus, dass sich bis 2050 die Zahl der erkrankten Menschen um 40.000 pro Jahr erhöhen. Zwei Drittel haben bereits das 80. Lebensjahr erreicht, 1/3 ist jünger als 65.

Was ist Demenz?

Die Medizin beschreibt die „Demenz“ als einen anhaltenden oder fortschreitenden (chronisch) Zustand herabgesetzter Fähigkeiten in den Bereichen des Gehirns, verursacht durch den Abbau von Nervenzellkontakten. Fähigkeiten des Gedächtnisses, des Denkens, der Orientierung und der Sprache werden zunehmend beeinträchtigt. Alltägliche Handlungsabläufe werden zunehmend zum Problem.

Formen der Demenz

Die Alzheimer Krankheit verläuft in mehreren Stadien

  • Stadium der leichten kognitiven Störung
  • Leichtgradige Demenz
  • Mittelschwere Demenz
  • Schwere Demenz

Weitere Krankheiten, die eine Demenz hervorrufen können. Die wichtigsten sind:

  • Lewy-Körperchen-Krankheit und Parkinson-Krankheit
  • Frontotemporale lobäre Degenerationen
  • Gefäßerkrankungen, die zu Durchblutungsstörungen führen

Um eine sichere Diagnose zu erhalten, stehen folgende Untersuchungen zur Verfügung

  • Körperliche Untersuchung
  • Doppler-Sonographie der hirnversorgenden Arterien
  • Laborbestimmungen
  • Bildgebende Verfahren (CT, MRT)
  • Elektro-Enzephalogramm (EEG)

Eine Demenz vom Alzheimertyp nicht heilbar, aber der Arzt hat viele Möglichkeiten, zu helfen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.alzheimer-bayern.de

und für die Region Bayreuth – Kulmbach – Pegnitz unter:

www.alzheimer-bt-ku.de


"Rund um den Führerschein im Alter"

lautete die Generalüberschrift über den, von der Verkehrswacht Pegnitz und dem Seniorenbeirat organisierten, Vortrag, mit dem der in Pegnitz bestens bekannte Referent und Ex-Polizist Peter Frömel das Wissen der Zuhörer auffrischte. Beruhigend war die Erkenntnis, dass ältere Autofahrer besser als ihr Ruf sind. Sie verursachen weit weniger schwere Unfälle als der Anteil an der Gesamtbevölkerung vermuten lässt. Mit Erfahrung, Besonnenheit und sicherheitsorientiertem Fahrstil gleichen sie altersbedingte Defizite weitgehend aus. Sie sollten jedoch die Angebote zum Augen-TÜV nutzen, körperliche und geistige Beweglichkeit trainieren und etwaige Beeinträchtigungen durch Medikamente achten.

Neu für viele der Zuhörer war, dass es zwischen Fahrerlaubnis und Führerschein gibt. Der Führerschein ist lediglich der Nachweis darüber, dass eine Fahrerlaubnis erworben wurde. Beruhigend ist auch, dass es für die alten Führerscheine eine Besitzstandregelung gibt und so gelten die rosa Führerscheine noch bis Januar 2033 und die noch älteren grauen „Lappen“ bis zum Jahr 2032. Dann wird es die EZ-Führerscheine in Form einer Scheckkarte geben und die gelten dann nur noch 15 Jahre, die Fahrerlaubnis gilt weiter unbegrenzt.

Folgende Tipps gab Peter Frömel mit auf den Weg: auch wenn die Warnwestenpflicht in Deutschland nur eine Weste pro Fahrzeug vorschreibt, ist es sehr sinnvoll eine Weste pro Sitz im Auto zu haben. Damit ist man auch bei Auslandfahrten auf der sicheren Seite. Und dann verwies er noch auf die Angebote der Verkehrswacht zum Prüfen der eigenen Fahr-und Verkehrstauglichkeit.

Gerd Reinhardt

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