Seniorenbeirat der Stadt Pegnitz Seniorenbeirat der Stadt Pegnitz

Veranstaltungen

Termine

Öffentliche Sitzung des Seniorenbeirats am 18. Juli 2018 um 14 Uhr im Bürgerzentrum

Themen der Sitzung werden sein:

  • Das seit langem geforderte (gewünschte) Bürgerbüro
  • Nachbehandlung der Veranstaltung PegnitzDialog vom 3. Juli 2018
  • Öffentlicher Personennahverkehr – Sachstand bei den gewünschten Änderungen beim Pegomobil
  • Nachgehakt zu Themen der letzten öffentlichen Sitzung und sonstigen Anregungen des Seniorenbeirats

Die Mitglieder des Seniorenbeirates würden sich sehr über rege Teilnahme freuen und nehmen gerne Anregungen und Wünsche aus der Bevölkerung entgegen.
    

Veranstaltungen

03.07.2018: „J.A.Z - Jung und Alt zusammen in Stadt und Landkreis Bayreuth e. V.“

Der gemeinnützige Verein J.A.Z (Jung und Alt zusammen in Stadt und Landkreis Bayreuth e. V.) stellte sich im Altenstädter Schloß in Pegnitz vor und konnte mit seinem Konzept so überzeugen, dass zweiter Bürgermeister Wolfgang Nierhoff spontan die Stadt Pegnitz als neues Mitglied anmeldete. Pegnitz ist damit die erste Stadt im Landkreis die als förderndes Mitglied den Verein auf Genossenschaftsbasis unterstützt.

J.A.Z wurde im April in Bayreuth gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die sich gegenseitig unterstützen wollen miteinander in Kontakt zu bringen und ein landkreisübergreifendes Hilfsnetzwerk aufzubauen. Bereits über 200 Mitglieder zählt der Verein, „Viele der Mitglieder kommen aus der Stadt Bayreuth, aber es ist unser großer Wunsch, das Netzwerk auch im Landkreis noch stärker aufzubauen, damit auch Menschen erreicht werden, die nicht in zentraler Lage wohnen.“, so Monika Helgert (Geschäftsführerin) und Gerhard Krug (Vorsitzender) von J.A.Z.

Überzeugt hat der Verein vor allem durch sein breites Spektrum an Hilfeleistungen wie z.B. der Begleitung bei Arztbesuchen, Einkaufstouren oder Friedhofsbesuchen genauso wie Unterstützung bei Arbeiten im Haus und Garten oder auch der Versorgung von Pflanzen und Haustieren während der Urlausabwesenheit. „Wir sind offen für alle Arten von Angeboten, wichtig ist nur, dass unsere Mitglieder auch wirklich Spaß an den Tätigkeiten haben und diese gerne anbieten. Es bringt nichts, Fensterputzen anzubieten, wenn ich in Wirklichkeit Fensterputzen hasse.“, so Monika Helgert. Gerhard Krug ergänzt: „Auf keinen Fall wollen wir aber Konkurrenz zu Pflegediensten oder auch regulären Handwerksbetrieben sein. Wir sind eine Selbsthilfeeinrichtung von Mitgliedern für Mitglieder, alles auf ehrenamtlicher und nicht auf professioneller Basis. Der Vorteil bei uns ist, dass die ehrenamtliche Leistung bezahlt wird und sich unsere Mitglieder so bis zu 2.400 EUR pro Person und Jahr dazuverdienen können, steuer- und sozialabgabenfrei. Benzinkosten werden auch erstattet. Und zudem sind die Mitglieder bei Ihren Tätigkeiten über den Verein unfall- und haftpflichtversichert“.

Leider kamen nur rund zwanzig Zuhörerinnen und Zuhörer zu der Informationsveranstaltung im Altenstädter Schloß, doch durch die Bank war die Resonanz positiv und viele können sich vorstellen, dem Verein beizutreten und die Angebote regelmäßig zu nutzen bzw. auch selber tatkräftige Hilfe anzubieten. „Ich finde das Konzept absolut großartig und bin überzeugt, dass sich durch ein solches Netzwerk nicht nur Hilfe besser koordinieren lässt sondern dass dadurch auch Freundschaften entstehen werden mit Menschen, die man sonst nie getroffen hätte. Die Stadt Pegnitz wird dem Verein auf jeden Fall beitreten“, so Wolfgang Nierhoff. Die Vertreter des Vereins und auch Wolfgang Nierhoff appellierten an die Zuhörer, das Angebot auch an Bekannte, Verwandte und Freunde weiterzugeben und für eine Mitgliedschaft zu werben. „Besonders junge Leute sind bei uns noch stark unterrepräsentiert, auch wenn unser jüngstes Mitglied erst 14 Jahre alt ist. Wir wollen deshalb auch noch auf Schulen zugehen und den jungen Menschen das Konzept näherbringen. Wir haben zum Beispiel auch schon den Fall, dass der Opa die Mitgliedsgebühr für seinen Enkelsohn übernimmt und so das ehrenamtliche Engagement unterstützt. Wir freuen uns auf jeden Fall, auch mit jüngeren Menschen und ihren Ideen in Kontakt zu kommen.“, so Helga Lehnert abschließend. 


24.11.2016: „Geriatrie, Rückkehr zu einer Heilkunde“

So lautete der Titel des Vortrags, den der Referent, Dr. med. Eckard Krüger, Chefarzt für Akutgeriatrie und Frührehabilitation an der Klinik Naila auf Einladung des Malteser Hilfsdienst e.V. in Pegnitz und des Seniorenbeirats der Stadt Pegnitz im Sonnensaal des Brigittenheim hielt.
Zu Beginn ging er weit in der Zeit zurück, denn erst Hippokrates beschreibt die Systematik von Krankheiten aufgrund von Beobachtungen. Zuvor wurden Krankheiten als göttliche Strafen angesehen und es waren Priester, welche die Krankheiten aus dem Körper trieben. Und obwohl manche Beobachtungen aus heutiger Sicht zu falschen Überlegungen führten, wurden Erfolge erzielt. Durch das Trockenlegen von Sümpfen verschwand die Malaria, nicht weil die schlechte Luft (mal Aria) verschwand, sondern weil die Malaria-Fliege keine Brutstätte mehr hatte. Und der Aderlass als Maßnahme aus der irrigen Theorie der schlechten Körpersäfte hat bei Bluthochdruck durchaus auch heute noch eine Berechtigung.
Die großen Seuchen der Menschheit bis in die Neuzeit waren Infektionskrankheiten wie Typhus, Cholera, Pest, deren Ursachen erst durch die beginnende Aufklärung im 18. Jahrhundert nach und nach erkannt und durch experimentelle Medizin erforscht wurde.
Die Seuchen von damals gibt es nicht mehr und wenn sie vereinzelt auftreten, können sie mit moderner Medizin rasch und sicher bekämpft werden. Die Volkskrankheiten von heute sind keine Infektionen mehr, sondern entstehen vielmehr aus dem Lebensstil und sind Krankheiten wie z. B. Diabetes und Bluthochdruck. Daraus resultieren auch die Krankheiten des Alters: Immobilität und Instabilität wegen eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, Inappentenz (durch Appetitlosigkeit verursachte Gewichtsabnahme), verminderte Intelligenz durch Abbau der Gehirnleistung, iatrogene Beschwerden als Folgen der ärztlichen Behandlung und Verlust der Emotionalität durch z.B. Demenz.
Hier setzt die Geriatrie an und fragt: was braucht der alte Mensch, um so lange wie möglich in Würde und Freiheit selbständig zu bleiben und das so lange wie möglich und daraus ergibt sich das oberste Ziel der Geriatrie, nämlich die selbständige Lebensführung im Alter.
70 Prozent der frühzeitigen Todesfälle werden durch Diabetes, Tumore, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen verursacht. Dies könnte durch gezielte und individuelle medizinische Maßnahmen deutlich gesenkt werden.
Die Geriatrie verlangt eine Hinwendung zum Menschen, in der Ärzte aller Fachrichtungen zusammen mit Pflegern, Therapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern im Team alle möglichen Therapie- und Rehabilitationsformen beraten und anwenden. Dabei muss auch jedes Medikament auf seine Wirkung sowie Neben- und Wechselwirkung betrachtet werden und auch darauf, ob das Medikament lediglich die Symptome beeinflusst, jedoch die Ursachen nicht ausschaltet.
Als Fazit bleibt: Die Geriatrie ist ein noch junger Zweig der Medizin mit wachsender Bedeutung, sie verlangt in ihrer Mannigfaltigkeit eine Spezialisierung auf den einzelnen Menschen und dessen Lebensumstände und kann nur im integrierten Team geleistet werden.
Dr. Krüger ließ begeisterte, aber auch nachdenkliche Zuhörer zurück und bei den nächsten Arztbesuchen wird sicher die Diagnose und die verschriebene Medikation kritischer nachgefragt werden. Die positive Resonanz der Besucher auf diesen Vortrag war deutlich zu spüren, schade für diejenigen, die diesen Termin nicht wahrnehmen konnten oder wollten.


10.11.2016: Änderung in der Pflegeversicherung - „Informationsabend zu den Änderungen in der Pflegeversicherung“

Das Pflegestärkungsgesetz wird ab Januar 2017 grundlegend reformiert. Zu diesem Thema luden der Seniorenbeirat Pegnitz und „In der Heimat wohnen“ zu einem Informationsabend.
„Vorteile der Reform sind die stärkere Berücksichtigung von demenz- und psychisch-kranken Personen, sowie die neuen Begutachtungskriterien, die mit im Schnitt höheren Leistungen einhergehen. Darüber hinaus wird vor allem die Pflegeberatung zu Hause ausgebaut und somit mehr Unterstützung für pflegende An-gehörige im Gesetz aufgenommen.
Die Reform führt einen neuen Pflegebegriff ein. Pflegebedürftig ist demnach, wer körperliche, kognitive, psychische oder gesundheitliche Belastungen nicht mehr selbstständig kompensieren kann und auf Dauer (für mind. 6 Monate) sowie mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegter Schwere erkrankt ist.
Statt Pflegestufen gibt es nun Pflegegrade, die im Rahmen des neuen Begutachtungsinstrumentes mit Hilfe von Modulen errechnet werden. Die Module stellen eine weitere Erneuerung dar, denn diese nehmen neue Aspekte in den Blickpunkt unter der Prämisse, was der/die Pflegebedürftige noch alles selbstständig kann bzw. welche Hilfe er/sie zur selbstständigen Durchführung braucht. Die sechs Mo-dule befassen sich mit den Themen Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderung und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.
Es gibt fünf Pflegegrade, die sich unterscheiden durch den Grad der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten. Die einzelnen Module erhalten verschiedene Gewichtungen nach einem Punktesystem, die in der Gesamtwertung den Pflegegrad ergeben.
Die Begutachtung erfolgt weiterhin auf Antrag durch den MKD und beginnt mit den Angaben zu der Person und der Begutachtungssituation. Darauf folgend wird die Anamnese, die Wohn- und Lebenssituation sowie die Versorgungssituation be-trachtet. Die Berücksichtigung vorhandener Befunderhebungen zu Schädigungen und Beeinträchtigungen sind ein weiteres wichtiges Vorgehen bei der Begutachtung. Neu ist auch, dass Ergebnisse und Empfehlungen direkt vom MDK ausgesprochen werden. Die Empfehlungen können auf Wunsch des/der Patienten/in so-gleich als Antrag an die jeweilige Pflegekasse weitergeleitet werden.
Die Pflegereform bringt auch einige neue Leistungen ab 2017 für Pflegebedürftige. Für Menschen, die zu Hause gepflegt werden, können neben Beratung und Information ebenfalls Sach- und Geldleistungen beantragt werden, die auch kombinierbar sind. Entlastungsleistungen, Pflegehilfsmittel, Pflegekurse und –schulungen in der häuslichen Pflege ebenso wie Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson sind Bestandteil der Reform. Für Pflegebedürftige, die bereits stationär ge-pflegt werden, ändert sich jedoch der Eigenanteil. Hier sichert jedoch der Bestandschutz bestehende Verhältnisse.
Ab Januar 2017 werden alle Pflegebedürftige, die bereits Pflegeleistungen erhalten, automatisch übergleitet. Die Pflegereform geht mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 4,8 Millionen Euro einher. Daher wird auch der Aufwand bei Beitragszahlern um 0,5% für die Pflegekasse erhöht.
Information bei weitergehenden Fragen können bei der Pflegekasse, Vereinen wie dem VdK oder auch bei Fachstellen für pflegende Angehörige eingeholt werden.


Die Referentin Frau Schauer steht ebenfalls für individuelle Fragen und Beratung zur neuen Pflegeversicherung im Rahmen der Fachstelle für pflegende Angehörige in Pegnitz zur Verfügung. Zwischenmenschliche Probleme mit Pflegebedürftigen und alltägliche Sorgen können ebenso besprochen werden wie Fragen zur Unterstützung und Pflege älterer, hilfsbedürftiger Menschen. Darüber hinaus werden Entlastungs- und Hilfsangebote für pflegende Angehörige vermittelt.


Fachstelle für pflegende Angehörige Pegnitz
Paula Schauer, Sozialpädagogin
Roseggerstraße 5
91257 Pegnitz
Telefon 09241 4399860
E-Mail schauer@caritas-bayreuth.de
Offene Sprechstunde in Pegnitz Mittwochs von 10 bis 12 Uhr


15.09.2016: Sicherer leben - Gefahren erkennen - Risiken ausschließen, "Senioren als Opfer von Verbrechen".

Herr Peterson von der Kripo Bayreuth informierte über Tricks an der Haustür, (Enkeltrick, windige Geschäftemacher) und unterwegs (Straßenräuber, Taschendiebstahl) dar und zeigte auf, wie sich - nicht nur Senioren - dagegen wehren können.  Die Tricks und Vorgehensweisen der Verbrecher zu kennen ist die erste Voraussetzung, um sich vor Schaden zu schützen. 


06.07.2016: "Rund um den Führerschein im Alter"
lautete die Generalüberschrift über den, von der Verkehrswacht Pegnitz und dem Seniorenbeirat organisierten, Vortrag, mit dem der in Pegnitz bestens bekannte Referent und Ex-Polizist Peter Frömel das Wissen der Zuhörer auffrischte. Beruhigend war die Erkenntnis, dass ältere Autofahrer besser als ihr Ruf sind. Sie verursachen weit weniger schwere Unfälle als der Anteil an der Gesamtbevölkerung vermuten lässt. Mit Erfahrung, Besonnenheit und sicherheitsorientiertem Fahrstil gleichen sie altersbedingte Defizite weitgehend aus. Sie sollten jedoch die Angebote zum Augen-TÜV nutzen, körperliche und geistige Beweglichkeit trainieren und etwaige Beeinträchtigungen durch Medikamente achten.

Neu für viele der Zuhörer war, dass es zwischen Fahrerlaubnis und Führerschein gibt. Der Führerschein ist lediglich der Nachweis darüber, dass eine Fahrerlaubnis erworben wurde. Beruhigend ist auch, dass es für die alten Führerscheine eine Besitzstandregelung gibt und so gelten die rosa Führerscheine noch bis Januar 2033 und die noch älteren grauen „Lappen“ bis zum Jahr 2032. Dann wird es die EZ-Führerscheine in Form einer Scheckkarte geben und die gelten dann nur noch 15 Jahre, die Fahrerlaubnis gilt weiter unbegrenzt.

Folgende Tipps gab Peter Frömel mit auf den Weg: auch wenn die Warnwestenpflicht in Deutschland nur eine Weste pro Fahrzeug vorschreibt, ist es sehr sinnvoll eine Weste pro Sitz im Auto zu haben. Damit ist man auch bei Auslandfahrten auf der sicheren Seite. Und dann verwies er noch auf die Angebote der Verkehrswacht zum Prüfen der eigenen Fahr-und Verkehrstauglichkeit.

Gerd Reinhardt